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Hetzner vs. IONOS vs. OVHcloud: KI-Hosting 2026

Ironum Team ·
KI-HostingHetznerIONOSOVHcloudDatensouveränitätGPU-Server

Was ist KI-Hosting?

KI-Hosting bezeichnet den Betrieb von KI-Modellen auf dedizierten GPU-Servern — entweder im eigenen Rechenzentrum (On-Premise) oder bei einem europäischen Cloud-Anbieter — statt über öffentliche KI-APIs wie OpenAI. Entscheidend sind drei Faktoren: der GPU-Speicher (VRAM) für die Modellgröße, der Datenstandort und die laufenden Kosten. Wer eigene Daten verarbeitet, behält so die volle Kontrolle darüber, wo und wie sie gespeichert werden.

Für den DACH-Markt sind drei Anbieter relevant: Hetzner (Preisführer), IONOS (Enterprise-Support) und OVHcloud (High-End-GPUs). Dieser Beitrag vergleicht sie nach Preis, GPU-Modellen, Datenstandort und Eignung für typische KI-Workloads.

Warum europäisches KI-Hosting wichtig ist

93 % der deutschen Unternehmen würden einen deutschen KI-Anbieter bevorzugen. 88 % halten das Herkunftsland des Anbieters für wichtig (Bitkom KI-Studie 2026). Das ist kein Patriotismus — es ist Pragmatismus.

Wer KI-Modelle auf US-Cloud-Infrastruktur betreibt, hat ein dreifaches Problem:

  1. DSGVO-Risiko: Datenübermittlung in Drittländer erfordert zusätzliche Rechtsgrundlagen
  2. CLOUD Act: US-Behörden können auf Daten zugreifen, die von US-Unternehmen gespeichert werden — unabhängig vom Serverstandort
  3. Abhängigkeit: Preise, APIs und Nutzungsbedingungen ändern sich nach dem Willen des Anbieters

Die Alternative: europäische GPU-Server für Self-Hosted KI. Drei Anbieter dominieren den DACH-Markt.

Der Vergleich: Hetzner vs. IONOS vs. OVHcloud

Hetzner

Profil: Preisführer aus Gunzenhausen (Bayern). Besonders beliebt bei Entwicklern und technischen Teams.

GPU-Server:

Standorte: Falkenstein (Sachsen), Nürnberg (Bayern), Helsinki (Finnland)

Stärken:

Schwächen:

Ideal für: Technisch versierte Teams, die Kosten optimieren wollen und keinen Enterprise-Support benötigen.

IONOS

Profil: Enterprise-orientierter Anbieter aus Montabaur (Rheinland-Pfalz). Teil der United Internet AG.

GPU-Server:

Standorte: Frankfurt, Berlin, Karlsruhe und weitere europäische Standorte

Stärken:

Schwächen:

Ideal für: Unternehmen mit Enterprise-Anforderungen, die zertifizierte Infrastruktur und deutschen Support brauchen.

OVHcloud

Profil: Europas größter Cloud-Anbieter, Hauptsitz in Roubaix (Frankreich), mit deutschen Rechenzentren.

GPU-Server:

Standorte: Frankfurt, Straßburg, Gravelines, Roubaix und weitere

Stärken:

Schwächen:

Ideal für: KI-Projekte, die maximale GPU-Leistung brauchen (LLM-Training, große Modelle) und europäische Souveränität schätzen.

Welchen Anbieter für welchen Use Case?

Use CaseEmpfehlungBegründung
RAG / DokumentensucheHetzner GEX4420 GB VRAM reicht, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
Chatbot / KI-AssistentHetzner oder IONOSMittelgroße Modelle (7B-13B Parameter), Hetzner für Kosten, IONOS für SLA
LLM Fine-TuningOVHcloud H100Training großer Modelle braucht High-End-GPUs
Qualitätskontrolle (Computer Vision)Hetzner GEX44Inferenz-optimiert, niedrige Latenz, kostengünstig
Enterprise mit Compliance-AnforderungIONOSBSI C5, ISO 27001, deutschsprachiger Enterprise-Support
Multi-GPU-ClusterOVHcloudSkalierbare GPU-Infrastruktur, H100-Verfügbarkeit

Kostenvergleich: Ein typisches KI-Projekt

Szenario: RAG-System für ein mittelständisches Unternehmen mit 50.000 Dokumenten

KostenfaktorHetznerIONOSOVHcloud
GPU-Server (monatlich)~212 €~490 €~350 €
Speicher (1 TB NVMe)InklusiveInklusive~50 €/Monat
Traffic20 TB inklusiveNach VerbrauchInklusive
SupportCommunityEnterpriseStandard
Jahreskosten (Server)~2.544 €~5.880 €~4.800 €

Zum Vergleich: Eine vergleichbare Lösung über OpenAI-APIs (GPT-4) kostet bei 50.000 Dokumenten und regelmäßiger Nutzung leicht 10.000-30.000 € pro Jahr — ohne Datensouveränität.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

1. VRAM ist der Engpass

Die wichtigste Spezifikation für KI-Workloads ist der GPU-Speicher (VRAM). Ein 7B-Parameter-Modell benötigt mindestens 14 GB VRAM. Für 13B-Modelle brauchen Sie 24-32 GB. Für 70B-Modelle mehrere GPUs.

2. Datenstandort vertraglich fixieren

“Rechenzentrum in Deutschland” reicht nicht. Lassen Sie sich vertraglich zusichern, dass Ihre Daten den Standort nicht verlassen — auch nicht für Backups oder Monitoring.

3. Exit-Strategie planen

Vermeiden Sie proprietäre Cloud-Dienste, die den Anbieterwechsel erschweren. Setzen Sie auf Standard-Container (Docker, Kubernetes), die auf jedem Anbieter laufen.

4. Latenz testen

Für Echtzeit-Anwendungen (Chatbots, Qualitätskontrolle) zählt die Latenz. Testen Sie die Round-Trip-Zeiten vom Unternehmensstandort zum Rechenzentrum.

FAQ

Was ist KI-Hosting? KI-Hosting ist der Betrieb von KI-Modellen auf dedizierten GPU-Servern — on-premise oder bei einem europäischen Cloud-Anbieter — statt über öffentliche APIs wie OpenAI. So bleiben Daten und Modell unter eigener Kontrolle.

Hetzner oder IONOS für KI? Hetzner bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis (GEX44 mit 20 GB VRAM ab ca. 212 €/Monat) und eignet sich für technische Teams ohne Enterprise-Support-Bedarf. IONOS kostet mehr (ab ca. 490 €/Monat), liefert dafür Enterprise-SLAs, deutschen Support und BSI-C5-/ISO-27001-Zertifizierung. Faustregel: Hetzner für Kostenoptimierung, IONOS für Compliance- und Support-Anforderungen.

Welche GPU brauche ich für KI? Der GPU-Speicher (VRAM) ist der Engpass: 7B-Parameter-Modelle brauchen mindestens 14 GB, 13B-Modelle 24-32 GB, 70B-Modelle mehrere GPUs. Für RAG und Chatbots reicht meist eine GPU mit 20-24 GB VRAM; für das Training großer Modelle ist eine NVIDIA H100 (bei OVHcloud verfügbar) sinnvoll.

Was kostet KI-Hosting in Europa? Ein typisches RAG-Projekt liegt bei Hetzner bei ca. 2.500 €/Jahr, bei OVHcloud bei ca. 4.800 €/Jahr und bei IONOS bei ca. 5.900 €/Jahr (reine Serverkosten). Eine vergleichbare Lösung über OpenAI-APIs kostet je nach Nutzung 10.000-30.000 €/Jahr — ohne Datensouveränität.


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